Ideenwettbewerb für die Überplanung des Bereiches zwischen dem Marktplatz und dem Oldenburger Wall

teilnehmer beim ideenwettbewerb opel stormTeilnehmer beim Ideenwettbewerb Opel StormAm 03.07.2018 fand im Gewerbezentrum an der Neustädter Straße die Vorstellung der Ergebnisse des Ideenwettbewerbs „Near 10.000“ in Anspielung auf die Einwohnerzahl Oldenburgs statt.

Schon seit einiger Zeit versuchte die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Lübeck eine Studentische Entwurfsaufgabe zu entwickeln. Leider konnten bisher größere Entwurfsaufgaben, zum Beispiel im Rahmen von Masterarbeiten, nicht umgesetzt werden.

Umso mehr freuten sich Bürgermeister Martin Voigt und Bauamtsleiter Stefan Gabriel, als sich im April 2018 Professor Heiner Lippe und Professor Stephan Wehrig aus dem Fachbereich Bauwesen der Fachhochschule Lübeck meldeten und mit der Stadt zusammen eine 3. Semester Aufgabe für das Fach Entwerfen und Baukonstruktion entwickeln wollten. Da die Aufgabe, einen studentischen Wettbewerb für den Markt und den Schauenburger Platz auszurichten zu sehr städtebaulich und zu wenig hochbaulich ausgerichtet gewesen wäre, entwickelte die Verwaltung aus den ersten Ergebnissen zur Voruntersuchung in der Städtebauförderung eine kombinierte städtebauliche und hochbauliche Planungsaufgabe.

Da im Rahmen der Voruntersuchungen das Grundstück des Opel-Händlers auf der Nordseite des Marktplatzes als ein Schlüsselgrundstück für das Gelingen der städtebaulichen Zielsetzungen identifiziert wurde, sollten die Studenten, auf diesem etwa 7.500 m² großen Areal, versuchen verschiedene Nutzungen miteinander zu kombinieren und dabei auch eine Verbindung zwischen Markt und Oldenburger Wall zu entwickeln.

jury beim bewerten ideenwettbewerb opel storm nr3Jury beim Bewerten Ideenwettbewerb Opel StormIhnen wurde dabei nahegelegt zumindest einige der in den verschiedenen Beteiligungsformaten zur Voruntersuchung der Städtebauförderung für diesen Bereich identifizierten angestrebten Nutzungen zu berücksichtigen. Dies waren insbesondere ein Bürger- oder Mehrgenerationenhaus mit Mehrzweckräumen unterhalb der Versammlungsstättenverordnung, die Bibliothek, ein Kino mit zwei bis drei kleineren Sälen, eine Touristeninformation, ein Jugendtreff und eine Außenstelle für das Oldenburger Wallmuseum sowie Wohnungen in einem mittleren Standard, überwiegend in Größenordnungen zwischen 50m² und 75m².

Als besondere Schwierigkeit war zu berücksichtigen, dass die Nutzungen und der Bezug zum Oldenburger Wall möglichst barrierefrei geplant werden sollten.

Besonders motiviert wurden die Studenten dadurch, dass diese Aufgabe im Rahmen eines mit Preisgeldern bedachten Wettbewerbes durchgeführt werden konnte. Der Auslober des im Jahr 2017 zum ersten Mal durchgeführten Wettbewerbs, das Büro AX5 architekten aus Kiel, verfolgt mit diesem Format das Ziel, neben einer guten Ausbildung der in Schleswig-Holstein ausgebildeten Architekten, Landschaftsplaner und Ingenieure, den jungen Studenten auch den Praxisbezug und das Verständnis für die regionalen bzw. lokalen Anforderungen an die jeweilige Planungsaufgabe zu vermitteln. Zudem war es den betreuenden Professoren der Fachhochschule Lübeck ein Anliegen, dass die Studenten den teilweise lebhaft geführten Diskussionen der Jury folgen konnten, um ein Gefühl für die Bewertung von Arbeiten in einem Wettbewerb zu bekommen. Nach dem 2017 der Tierpark Neumünster Thema war, konnte in diesem Jahr die Stadt Oldenburg von diesem Wettbewerb profitieren. Aus diesem Grund stockte die Stadt die vom Büro AX5 zur Verfügung gestellten Preise für die 25 studentischen Teams auch um ca. 1.000 Euro auf.

jury beim bewerten ideenwettbewerb opel storm nr4Jury beim Bewerten Ideenwettbewerb Opel Storm - WallanlagenDie im Gewerbezentrum präsentierten Arbeiten wurden durch vier Fachpreisrichter, die Architekten R. Wuttke aus Neumünster (Vizepräsident der Architekten- und Ingenieurkammer des Landes Schleswig-Holstein), D. Struve aus Kiel, K. Lorenzen Silbernagel aus Schleswig und C. Burghardt aus Lübeck bewertet. Zusätzlich wurde die Jury durch vier Oldenburger Sachpreisrichter, Bürgermeister M. Voigt, Bauamtsleiter S. Gabriel, den Bauausschussvorsitzenden D. Ruwoldt und seinen Stellvertreter K. Zorndt ergänzt.

Alle 25 präsentierten Arbeiten waren von hoher Qualität und boten teilweise sehr überraschende und für Oldenburg neuartige Lösungsansätze. Aufgrund dessen beschlossen die Preisrichter auch während der laufenden Bewertung nicht nur einen ersten, zweiten und dritten Preis zu vergeben, sondern auch zwei weitere Arbeiten mit Sonderpreisen zu prämieren.

preistraeger und jury ideenwettbewerb opel stormPreisträger und Jury Ideenwettbewerb Opel StormAnmerkung: Die Lensch & Bleck GmbH, der Eigentümer des für die Entwürfe zu Grunde gelegten Grundstücks, weist darauf hin, dass es zur Zeit keine konkreten Planungen gibt, den Standtort Burgtorstraße zu verlassen.

1.Preis

1 preis team ali al saadi und christin luther1. Preis Team Ali Al Saadi und Christin LutherDer erste Preis zeichnet sich durch eine klare städtebauliche Aussage aus. So erhält der historische Marktplatz im nördlichen Bereich eine definierte Begrenzung und die Nabe an der Burgtorstraße wird durch eine Straßenrandbebauung geschlossen. Die nördlich am Platz angedachte Bebauung wird jedoch durch eine im richtigen Maßstab formulierte attraktive Gasse eingeschnitten. Ein in Szenesetzen dieser Wegebeziehung Marktplatz/Wallanlage erfolgt dann durch den vor dem Grün positionierten Aussichtsturm als Point de vue. Die entwickelten Baukörper erhalten ihre Qualitäten durch modern interpretierte Gestaltungen des in Oldenburg bekannten Satteldachtyps und lassen viele spannende und strukturelle Möglichkeiten erkennen.

Den Entwurf können Sie hier einsehen:

2.Preis

2 preis team mit dennis kruse und benedykt david wawrzyniak2. Preis Team mit Dennis Kruse und Benedykt David WawrzyniakDer zweite Platz erhält seine Qualität durch seinen deutlichen landschaftsplanerischen und städtebaulichen Ansatz. Die Baumreihe des Marktplatzes wird bis an den Wall herangezogen und kreiert insofern ein deutliches und attraktives Verbindungselement zwischen Marktplatz und Wallanlage. Die hochbaulichen Aktivitäten passen sich schlüssig und klar strukturiert an dieses Konzept an. Am nördlichen Ende dieser Baumreihe -transparent und doch gut erlebbar- befindet sich der Turm mit der Sehbrücke als Attraktion und weiteres Highlight.

Den Entwurf können Sie hier einsehen: 

3.Preis

3. Preis Team mit Michel Drube und Dennis Monteiro Reixelo3. Preis Team mit Michel Drube und Dennis Monteiro ReixeloDer dritte Platz wählt das Thema des nördlichen Begrenzens der Marktplatzsituation mit einer in diesem Bereich beginnenden Allee, welche zu der Wallanlage und zu einem Wallförmigen massiven Baukörper mit den unterschiedlichen Sondernutzungen führt. Dieses Thema wird deutlich formuliert. Es werden jedoch bei dem Baukörper am Wall die städtebaulich gewünschten Qualitäten, insbesondere die Maßstäblichkeit zur Burgtorstraße und die Durchblicke von dem Innenhof zur Wallanlage in Frage gestellt. Hochbaulich sind diverse Möglichkeiten vorhanden, welche bei einer Überarbeitung reizvoll herauszuarbeiten wären.  

Den Entwurf können Sie hier einsehen. 

Sonderpreis Am Wallgarten

1. Sonderpreis Team Sarah Deborah Platt und Marie Helga Ingeborg Woetzel1. Sonderpreis Team Sarah Deborah Platt und Marie Helga Ingeborg WoetzelDer Sonderpreis wurde bei dieser Arbeit vergeben, da hier ein sehr reduzierter Ansatz gewählt wurde, indem ein Park als Bindeglied Wallanlage/Marktplatz gewählt wurde. Städtebaulich wurde die Burgtorstraße durch eine moderne und maßstabsgerechte Bebauung geschlossen. Die Eingangssituation vom Marktplatz ist nicht klar und zu offen dargestellt. Die Attraktion des Parks stellt ein Kunstturm mit einem direkt verbindenden Brückenbauelement zur Wallanlage dar. Die Möglichkeiten der Parkanlage, der Bezug Hochbau/Park und die städtebaulichen Spannungen sind in Ansätzen erkennbar, bedürfen aber der weiteren und tieferen Bearbeitung.  

Den Entwurf können Sie hier einsehen: 

Sonderpreis In Bewegung

2. Sonderpreis Team Jan Christoph Fromm und Farsad Khorrami2. Sonderpreis Team Jan Christoph Fromm und Farsad KhorramiDieser Sonderpreis zeichnet sich durch die große Geste in direktem Bezug zu der Wallanlage aus. Ein sichelartiger Baukörper ermöglicht einerseits die direkte Erschließung der Wallanlage, andererseits werden durch die Form unterschiedlichste Nutzungen entspannt und ohne die Maßstäblichkeit zu sprengen untergebracht. Diese Form bildet jedoch auch das Problem von ungelösten Freiräumen, die Nutzungstechnisch im nächsten Schritte zu untersuchen sind. Die Verbindungstraße zwischen der eigenständigen Großform und dem Markplatz ist noch undifferenziert und ist zu entwickeln.  

Den Entwurf können Sie hier einsehen: 

 

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Diese Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Lübeck, Fachbereich Bauwsen, Studiengang Architektur-Entwerfen + Baukonstruktion 3. Semester und den Professoren arch. DPLG-CEAA Heiner Lippe und arch. Dipl. Ing. Stephan Wehring durchgeführt.