Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

am Mittwoch letzter gab es für mich im Rahmen der organisierten Bahnfahrt von Burg auf Fehmarn nach Bad Schwartau die Möglichkeit, dem Bahnchef, Herrn Dr. Rüdiger Grube, die Problemlage hier in Oldenburg darzulegen. In den sich anschließenden Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten Torsten Albig, Herrn Dr. Grube und weiteren Vertretern der Deutschen Bahn, aber auch Vertreterinnen und Vertretern der Staatskanzlei in Timmendorfer Strand haben der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Bauwesen, Herr Detlef Ruwoldt, der Vertreter der „AKBO", Herr Wolfgang Schröter, der Landwirt Gerhard Korfmann und ich dann noch einmal die Betroffenheit Oldenburgs durch das geplante massive Bauwerk im Oldenburger Bruch dargelegt. Dabei haben wir auch deutlich machen können, aus welchen Gründen Oldenburg und andere Gemeinden unserer Region nicht von Anfang an die Prüfung einer Autobahntrasse gefordert haben.

Eine solche Westumfahrung Oldenburgs liegt außerhalb des Untersuchungsraumes des Raumordnungsverfahrens und wird aus diesem Grunde bisher abgelehnt. Übereinstimmend waren wir aber nach dieser Gesprächsrunde der Auffassung, dass wir bei unseren Gesprächspartnern zumindest doch ein ernsthaftes Nachdenken erreicht haben. Ganz deutlich wurde auch gemacht, dass sich der Oldenburger Wunsch lediglich auf die Prüfung einer Westtrasse bezieht, damit dann auf gesicherten Grundlagen eine Entscheidung getroffen werden kann, die viele, viele Jahre Bestand haben wird. So gehörte es selbstverständlich zu den Gesprächsinhalten, auch auf die Widerstände gegen eine Westtrasse hinzuweisen. Gemeinsam haben wir versucht, deutlich zu machen, dass nur nach einer Prüfung aller Varianten eine fundierte Entscheidung getroffen werden kann, die für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger akzeptabel ist.

Positiv ist festzuhalten, dass vom Ministerpräsidenten noch einmal ganz klar bestätigt wurde, dass der bisherige Schienenbonus für das anstehende Planfeststellungsverfahren schon keine Anwendung mehr finden wird. Dazu kommt, dass die Berechnungen für den Lärmschutz auf der Grundlage der heutigen Lärmbelastungen gerade durch die Güterwagen erstellt werden. Diese sollen aber bis zum Jahr 2020, also lange vor der Inbetriebnahme der Schienenhinterlandanbindung, deutlich lärmreduziert werden. Von Vertretern der Bahn war dann weiter zu hören, dass man bereits mit einem deutlich niedrigeren Damm durch das Oldenburger Bruch rechne und im Zuge des Planfeststellungsverfahrens auch eventuell den Wunsch der Stadt erfüllen könne, mit der Trasse weiter von der Stadt weg bis an die Grenzen des Naturschutzgebietes zu rücken. Verbindliche Zusagen gab es im Übrigen zum Erhalt von Wegeverbindungen.

So ist festzustellen, dass das Problem durch eine Verlegung der Bahntrasse und den auf uns zukommenden Güterverkehr sicher nicht gelöst ist und uns das Thema Schienenhinterlandanbindung noch lange begleiten wird. Wo immer später einmal die Trasse verlaufen wird, werden auch Menschen betroffen sein. Es zeigt sich aber auch, dass es durch die Änderung der gesetzlichen Bestimmungen, durch die allgemeinen Pläne der Bahn zur Lärmreduzierung und auch durch das jetzt signalisierte Einlenken der Bahn wohl nicht zu den Betroffenheiten kommen wird, die wir einmal befürchten mussten.

Ihr Martin Voigt

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