Liebe Oldenburgerinnen,

Liebe Oldenburger,

die Beratung in der letzten Sitzung der Oldenburger Stadtverordnetenversammlung brachte es wieder einmal an den Tag. Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter stehen sich, was den Ausbau des Oldenburger Wallmuseums betrifft, in zwei Lagern gegenüber. Diese Lager finden wir aber nicht nur in der Stadtverordnetenversammlung, sondern in der gesamten Stadt. Ich möchte versuchen, die Diskussion um diese für die Stadt Oldenburg in Holstein sehr große Investitionsmaßnahme mit einigen Fakten ein wenig zu versachlichen. Schließlich steht für die konstituierende Sitzung der neuen Stadtvertretung am 20 Juni die abschließende Entscheidung darüber an, ob die Aufträge für die Museumserweiterung erteilt werden oder das Projekt fallengelassen wird.

Der Ausbau des Wallmuseums ist mit einem Investitionsvolumen von 1.642.000,00 € veranschlagt. Darauf wurde der Stadt eine Förderung in Höhe von rund 1.122.000,00 € aus Wirtschaftsförderungsmitteln bewilligt. Der verbleibende städtische Anteil reduziert sich damit schon einmal auf einen Betrag von rd. 522.000,00 €. Davon sind weitere 200.000 € über einen Gurndstücksverkauf finanziert. Aber auch 322.000 € sind mmer noch eine stattliche Summe, bei der kritisch überlegt werden muss, ob der städtische Haushalt sie leisten kann und leisten soll.

Der städtische Eigenanteil müsste schließlich über einen Kredit finanziert werden. Bei einer Kreditlaufzeit von 20 Jahren und einem heute (hoch angesetzt) gängigen Zinssatz von 3% resultiert aus der Kreditaufnahme eine durchschnittliche jährliche Belastung für Zins- und Tilgungszahlungen von rd. 21.000,00 €. Dieser laufenden Belastung steht aber auch eine Entlastung gegenüber. Die Sparkasse Holstein hat eigens für das Oldenburger Wallmuseum eine Stiftung eingerichtet, die die Stadt beim Betrieb des Museums und bei der Finanzierung der Investition unterstützen soll. Bei einem zugesagten Stiftungskapital von mindestens 750.000,00 € verbleibt keine laufende Belastung im städtischen Haushalt, denn der Ertrag fällt deutlich höher aus. Deswegen ist es auch nicht richtig, wenn manches Mal suggeriert wurde, die Investition von 1,6 Mio. € in das Wallmuseum würde zu Lasten anderer Investitionen in Schulen, Straßen oder Sporteinrichtungen gehen. Das ist nicht der Fall, sonst würde ich mich wohl nicht so überzeugt hinter das Vorhaben stellen!

Natürlich dürfen aber nicht allein die Investitionskosten gesehen werden, sondern es müssen auch die Betriebskosten betrachtet werden, die für ein ausgebautes größeres Museum entstehen. Dieser Aufwand würde zwangsläufig steigen. Aber mit einem neuen, größeren und interessanteren Museum kann in jedem Fall mit mehr Zuschauern gerechnet werden und eine moderate Anpassung des bisher sehr günstigen Eintrittspreises ist dann auch durchaus angemessen. Wenn der Ausbau des Wallmuseums dann noch mit einem immer mehr professionalisierten Marketing einhergeht, können weitere Besucher generiert werden und die Rechnung sollte aufgehen. So stehen steigenden Betriebskosten in unserer Kalkulation auch höhere Einnahmen gegenüber. Darüberhinaus gibt es auch durchaus noch weitere Gedanken, die dazu beitragen, dass die Rechnung aufgehen wird.

Jeder kann zu dem Ausbau des Museums stehen, wie er möchte. Dafür oder dagegen. Wir sollten aber nicht so tun, als wenn bei einem Verzicht auf den Museumsausbau plötzlich 1,6 Mio. oder mehr für andere Vorhaben bereitstehen würden. Das ist definitiv nicht so.

Ich für mich sehe jedenfalls in der Investition die Chance, dass Oldenburger Wallmuseum zu einer kulturtouristischen Größe in Ostholstein auszubauen und damit zusätzliche Gäste in die Stadt zu bringen. Es ist weder für die Befürworter in der Stadt noch für das Wirtschaftsministerium und andere Beteiligte ein Vorhaben zuliebe der am Museum engagierten Personen, sondern ein Vorhaben mit dem das einzige Alleinstellungsmerkmal, das Oldenburg hat, besser in Wert gesetzt werden soll - ür Handel und Gastronomie in unserer Stadt.

Neben der Stärkung der Wirtschaft gibt es aber auch ganz konkrete Vorteile für Jedermann. Eine vorgezogene Maßnahme des Museumsausbaus, nämlich die barrierefreie Wegegestaltung ist jetzt schon von vielen Oldenburgerinnen und Oldenburgern begrüßt worden. Genauso würde eine Befestigung des Weges vom Oldenburger Wall zum Museum uns allen zugute kommen.

So bin ich nun gespannt auf das Ergebnis der nochmals ausgeschriebenen Zimmererarbeiten und erst recht gespannt, auf die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung am 20. Juni.

Ihr

Martin Voigt

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